Über 40 Jahre im Dienste der Landwirtschaft...
Familie Edmund Kögel und Team



Im Bild sehen Sie oben von links: Lorelies und Edmund Kögel mit Sohn Tobias.
In der Mitte stehend: Kurt Nübling, Daniel Meister und Michael Süss.
Unten sitzend: Alexander Kohlbauer, Roland Maier mit Tochter Stephanie,
Markus Strittmatter und Martin Eckert.
Es fehlen: Karl Probst, Johannes Billich, Alfons Schmidt und Rolf Wunderle.


Ins Jahr 1961 geht die Gründung des heutigen landwirtschaftlichen
Lohnunternehmens Edmund Kögel zurück...

Durch seine Tätigkeit als Metzger und landwirtschaftlicher Helfer hatte der damals
21- jährige Sohn des Landwirts Leopold Kögel viele Kontakte zu den umliegenden
Landwirten. Angespornt durch die überzeugenden Worte dieser Landwirte, liess
sich der damals schüchterne junge Bursche Edmund Kögel dazu hinreissen,
einen eigenen Mähdrescher zu kaufen.

In der Familie Kögel war es nicht fremd, Dreschdienste zu übernehmen, da bereits 1938 Leopold Kögel eine fahrbare “Ködel & Böhm” Dreschmaschine hatte. Mit dieser fuhr er
zu den Landwirten und dort wurden, wie zur damaligen Zeit üblich, die Getreidegarben
am Hof ausgedrescht.

                   

Edmund Kögel ging also 1961 mit seinem “Fahr MDL” Mähdrescher, den er von Albert
Gänswein aus Riedern am Wald bezogen hatte in die Ernte. Mit 34 PS und 1.80 m
Schnittbreite startete Edmund Kögel sein Unternehmen. Ausgestattet war der
“Fahr MDL” mit einem Absackstand, da zur damaligen Zeit der Transport von offenem
Getreide nicht üblich war, weil Kippfahrzeuge ind der hiesigen Landwirtschaft noch
nicht zum Einsatz kam.

Gleich – noch vor der ersten Ernte im heimatlichen Schwarzwald – war für Edmund
 Kögel klar, dass er seinen Mähdrescher mit einem Frühdruschgebiet besser
auslasten wollte. Ganz spontan fasste er den Mut und fuhr im 10 km/h Takt
Freiburg – Emmendingen,  durch das
Stadttor von Emmendingen durch, das aus
heutiger Sicht für ihn das Tor zur zweiten Heimat wurde. Nach weiteren Kilometern
machte er Halt in der Gemeinde Weisweil um dort nach Arbeit zu fragen. Oskar und
Hedwig Matthiß empfingen den 21 Jahre jungen Burschen aus dem Schwarzwald
freundlich und bestätigten ihm, dass er in der Gemeinde Weisweil ausreichend Arbeit
findet. Edmund Kögel fand bald seine ersten Kunden und Familie Matthiß bot ihm an,
dass er in der Erntezeit bei ihnen wohnen kann. Dieser spontane und gute Kontakt
der Familien hält sich bis heute, und in den vergangenen 40 Jahren gewährten die
Eheleute Matthiß jede Ernte Unterkunft und Verpflegung für Edmund Kögel und
später auch für seine angestellten Mähdrescherfahrer. Zusätzlich übernahm Oskar
Matthiß auch die Einteilung der Dreschaufträge.
Der Aufenthalt bei Familie
Matthiß wurde für Edmund Kögel wie eine zweite Familie.

Stadttor Emmendingen
                    Oskar & Hedwig Matthis

Der erste Sommer ging übers Land und Edmund Kögel kehrte mit seinem
Mähdrescher in den Schwarzwald zurück um auch dort seine Dreschaufträge
auszuführen. Als die Saison zu Ende ging zählte er sein verdientes Geld und legte
sein für ein Auto angespartes Kapital noch dazu, so dass er am 15.09.1961 den
“Fahr MDL” Mähdrescher komplett bezahlen konnte.

1962 setzte Edmund Kögel seine Tätigkeit als "Lohnunternehmer" voller Eifer fort
und bald zeichnete sich eine Steigerung der Auftragslage ab. Ausgestattet mit
seinem Elan und dem geweckten Unternehmergeist war für die dritte Ernte im
Jahre 1963 bereits so viel Arbeit vorhanden, dass Edmund Kögel sich einen
zweiten Fahr MDL Mähdrescher kaufte, der dann damals von seinem Bruder
Werner Kögel gefahren wurde.

Inzwischen war die Weiterentwicklung der Technik an den Landwirten nicht mehr
spurlos vorbeigegangen. Die bisher im Einsatz gewesenen Mähbinder mit denen
 jeder sein Getreide selbst gemäht und dann zuhause mittels Dreschmaschine
ausgedrescht hatte, wurden durch die revolutionäre Erfindung des Mähdreschers
immer mehr auf den Höfen abgelöst. Dies war dem Jungunternehmer Edmund
Kögel ein Ansporn, aufgrund weiterhin steigender Auftragslage bereits im Jahre
1965 einen dritten Mähdrescher anzuschaffen. Dies war dann schon eine
"Fahr M66"- Maschine mit Korntank und einer Schnittbreite von 2,80 m
und mit einem 6 Zylinder Deutz Motor ausgestattet.

Im Jahre 1966 heiratete Edmund Kögel seine Ehefrau Lorelies. Inzwischen hatte er
auch den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb übernommen. Lorelies wuchs von
Beginn an auch mit in den landwirtschaftlichen- und den Lohnunternehmerbetrieb
hinein. Da Lorelies sich sehr gut auch mit dem Betrieb identifizieren konnte,
setzte sie viel Elan mit hinein, und dass kam der Firma sehr zu Gute.

Wieder zwei Jahre später – im Jahre 1968 - kam eine weitere Maschine zum
Betriebsinventar hinzu. Dieses mal war es ein "Fahr M88". Das Druschgebiet der
Firma Kögel weitete sich auf das Frühdruschgebiet Weisweil und Riedern,
Hürrlingen, Krenkingen, Grafenhausen und Ühlingen in der Heimat aus.

Mit den Jahren ging die Entwicklung der Technik weiter voran und die "Fahr"
Mähdrescher mit Absackstand wurden von den Korntank-Mähdreschern immer
weiter in den Schatten gedrängt. 1971 wurden die ersten beiden Maschinen durch
einen neuen "John Deere 430" Mähdrescher von der Firma Lang aus Waldshut ersetzt.

Im Jahre 1974 kaufte Edmund Kögel den ersten "Claas" Mähdrescher von der Firma
Brachert aus Gottmadingen – dieser Marke blieb die Firma Kögel bis heute treu.
Damals war es ein "Claas Mercator" mit einer Schnittbreite von 3,50 m.

Bis zum Ende der 70er Jahre dehnte sich das Druschgebiet immer mehr aus und
umfasste inzwischen weitere Orte wie Untermettingen, Löhnungen und auch schon
Bereiche aus dem Wutachtal.

Anfang der 80er Jahre war der Maschinenpark auf acht Mähdrescher angewachsen
und auch das Frühdruschgebiet weitete sich auf den Ortenaukreis und den
Großraum Kaiserstuhl aus.1982 wurden die Mähdrescher mit Funkanlagen
ausgestattet, damit die Maschinen besser zu koordinieren waren.

Inzwischen war die Mähdrescherhalle beim landwirtschaftlichen Betrieb Kögel zu
 klein geworden und man entschloss sich, außerhalb des Dorfes eine 45 x 15 m
große neue Mähdrescherhalle zu bauen.

Mit großem Einsatz und viel Idealismus führte Familie Kögel den Betrieb. Inzwischen
waren die Kinder Eva, Christian, Sabine und Tobias geboren und aufgewachsen.
Man hatte neben dem Lohnunternehmen eine Landwirtschaft mit 50 ha Feld,
110 Stück Vieh und 100 Schweinen zu bewältigen. In der Erntezeit waren
 immer alle gefordert und nur auf diese Weise konnte das Unternehmen in
solchem Rahmen weitergeführt werden.

1992 wurde dann der landwirtschaftliche Betrieb an den ältesten Sohn Christian
übergeben und Edmund Kögel baute für seine Familie ein Haus neben der
neuen Mähdrescherhalle am Ortsrand von Riedern.

Immer ein wichtiger Aspekt der Firma Kögel war es, einen beständigen und
erfahrenen Fahrerstamm für die Mähdrescher aufzubauen und zu erhalten.
Bereits seit 20 Jahren ist Markus Strittmatter im Unternehmen tätig und hat
sich stets als treuer und sehr zuverlässiger Fahrer einen Namen gemacht. Lange
Jahre sind auch die Fahrer Rolf Wunderle, Martin Eckert, Michael Süß und Daniel
Meister im Betrieb Kögel tätig. In Dankbarkeit denken wir auch an Werner Kögel,
 Johann Werner, Gottfried Isele und Josef Räpple, die lange Jahre im
Unternehmen tätig waren und leider schon verstorben sind.

Während der Erntezeit war immer großer Einsatz gefordert und dennoch kamen
die geselligen Stunden nie zu kurz. Reichhaltig wurden die Fahrer von Lorelies
Kögel immer mit Speisen und Getränken versorgt. Tagsüber brachte sie diese
mit dem Auto auf die Felder und abends traf man sich an Lore's
reich gedecktem Küchentisch.

Im Jahre 2000 gelang es, das Druschgebiet nochmals zu erweitern und es
kamen Flächen im Großraum Dettighofen hinzu. Strukturelle Veränderungen
fanden vor allem im Frühdruschgebiet statt und so wurde die dortige Getreidefläche
immer mehr durch Maisanbau ersetzt. Diese Veränderungen kamen auch der
Firma Kögel zu Gute, da so die Erntemaschinen in der Herbst-Zeit
 bessere Ausnutzung erlangen konnten.

In der inzwischen 40jährigen Unternehmensgeschichte wurden insgesamt
28 Mähdrescher – davon alleine 23 Claas Maschinen – angeschafft. Das Druschgebiet
 erstreckt sich heute von Offenburg im Ortenaukreis über den Südschwarzwald und das Wutachtal bis nach Altenburg im Zollgrenzbezirk. Aufgrund dieser Weitläufigkeit
entstehen für die Mähdrescher auch lange Fahrtwege. Damit am Tage in der
Erntezeit nicht wertvolle Stunden für Transportwege verloren gehen, werden diese
oft nachts an ihren neuen Einsatzorte umgesetzt.

Für eine immer schlagkräftige Firmenpolitik ist es auch von größter Wichtigkeit,
einen treuen und guten Service-Partner zu haben. Mit der Landmaschinenwerkstatt
Werner Müller aus Bonndorf hat man ein sehr leistungsstarkes, kompetentes
und zuverlässiges Unternehmen an der Hand, von dem – in der Erntezeit rund
um die Uhr -  ein sehr guter Service geboten wird. Eventuelle Reparaturen
werden schnellstens und vor Ort – wo immer die Maschinen
ausgefallen sind – durchgeführt.

In den Wintermonaten werden die Maschinen alljährlich gründlich gewartet und in
wochenlanger intensiver Arbeit für die neue Saison technisch und optisch gerüstet.

Heute verfügt das Lohnunternehmen Edmund Kögel über acht leistungsfähige
 "Claas" Erntemaschinen, die für alle Getreidearten zum Einsatz kommen. Zum Maschinenpark gehören vier "Lexion" Maschinen, zwei "218 Mega", ein
"Dominator 98 Maxi" und ein "Dominator 108". Um eine hohe Flexibilität
zu erreichen hat man mit dem neu angeschafften Vario-Schneidtisch
erreicht, in minutenschneller Umbauzeit von Rapsdrusch auf
Getreidedrusch umzustellen. Für die Maisernte stehen vier
klappbare Maispflücker zur Verfügung. Dabei handelt es sich
 um drei sechsreihige "Claas"-Pflücker und einen
achtreihigen "Geringhoff"-Pflückvorsatz.

Edmund Kögel kann heute auf ein zukunftsorientiertes Unternehmen blicken,
dass nach 40 Jahren durch harte Arbeit und mit viel Engagement und Unternehmergeist zu seinem Lebenswerk geworden ist.

Durch das Interesse und den Einsatz des Sohnes Tobias am Unternehmen ist
der Fortbestand des landwirtschaftlichen Lohnunternehmens Kögel auch
für die Zukunft gesichert
.

Familie Edmund Kögel